Gespür für Roboter und SPS: Isabel Kramlich

Isabel Kramlich

Isabel Kramlich

Isabel Kramlich bei BOA

Als Roboterprogrammiererin mit SPS-Sachverstand ergänzt Isabel Kramlich das BOA-Team perfekt.

Manchmal zählt der Augenblick: Während eines Besuchs bei der BOA Group im Mai unternimmt Anja Lohre, Account Managerin bei ep Stuttgart, mit Personalleiter Norbert Rößler einen Gang durch die Produktionshalle des Unternehmens, vorbei an zahlreichen Robotern. Sie spricht ihn auf einen möglichen Bedarf im Bereich Roboterprogrammierung an: Ob Interesse bestünde, hier eine ep Fachfrau einzusetzen?

Ihre „Trumpfkarte“ in diesem Fall ist Isabel Kramlich, eine erfahrene Mechatronikerin mit SPS-Kompetenz, deren Profil ideal zu BOA passt. Der Kunde zeigt sich aufgeschlossen: Einem gemeinsamen Gespräch folgt der Projektstart in Stutengarten und – weil alles optimal läuft – bereits im Herbst der zweite Abschied* Isabel Kramlichs von engineering people. Wir wünschen ihr viel Erfolg bei der BOA Group und freuen uns, dem Kunden die richtige Kollegin für seine Zukunftspläne in der hochflexiblen robotergestützten Produktion empfohlen zu haben.

Isabel Kramlich bei BOA

Als Roboterprogrammiererin mit SPS-Sachverstand ergänzt Isabel Kramlich das BOA Team am Standort perfekt. Sie bringt nicht nur Können und reichlich Praxiserfahrung mit, sondern auch Gespür für die ideale Prozessunterstützung durch Roboter. Und sie verfolgt bei ihrer Arbeit ein klares Ziel: „Die Programmierung des Roboters muss sich am Anwender orientieren, nicht am Programmierer!“ Soll heißen: Die Programmier-Empfehlungen in den Roboter-Handbüchern sind aus ihrer Sicht zwar in Ordnung. Aber um Prozesse optimal zu unterstützen, braucht man eigenes Know-how. „Ich hole lieber durch ein paar Klicks mehr beim Programmieren das Optimale aus einem Roboter heraus, als mir diese Klicks zu ersparen“, meint die Fachfrau. „Zudem müssen Programm und SPS harmonieren, das beginnt schon mit den Lastenheften.“

Bei BOA sind dafür alle Voraussetzungen gegeben. Isabel Kramlich teilt sich das Büro mit ihrem SPS-Kollegen, die Wege sind denkbar kurz. Die neue Strategie der BOA Group mit dem Ziel, sehr schnell, präzise und dabei hochflexibel robotergestützt zu produzieren, stellt für beide eine spannende Herausforderung dar.

Aktuell geht es darum, ein einheitliches Grundgerüst für die Programmierung der Anlagen in Abstimmung mit der SPS zu entwickeln. Dazu wird die aktuelle Funktion sämtlicher Roboter analysiert. Die neuen Programme entstehen unter Einbindung der Anwender/innen. „Wir fragen zum Beispiel: ‚Welche Fehler fallen in der Praxis auf? Welche Wünsche gibt es für die neue Programmierung?’ Wichtig ist uns auch, dass die neuen Programme wenig ‚Schachtelebenen’ aufweisen – wir möchten eine übersichtliche, einfach bedien- und anpassbare Arbeitssituation schaffen“, schildert Isabel Kramlich. Auf Basis der Analysedaten soll eine Musteranlage programmiert werden, die weitere Optimierung erfolgt Schritt für Schritt angepasst an die Produktionsplanung: „Wir realisieren das ganz flexibel!“

Background

Die Roboterspezialistin Isabel Kramlich ist bereits im ep Magazin #9 (Frühjahr 2015) mit einem Bericht vertreten. Damals programmiert und animiert sie die Greifsysteme von Robotern bei einem Kunden von ep Bremen und passt sie vor dem Einsatz in China prozessgerecht an. Dann geht sie zum Kunden, kehrt jedoch 2017 zurück nach Süddeutschland – und klopft, weil sie ep mag, wieder bei uns an. 2018 startet sie am Standort Karlsruhe, wo sie zunächst Roboter bei einem Hersteller von Kompressoren programmiert. Als sie eine Allergie auf dort verwendete Klebstoffe entwickelt, wechselt sie im Auftrag von ep zur BOA Group – und ein zweites Mal zum Kunden.

 

Aus dem ep Magazin #18 (11/2019)
Text: Annette Schlenker
Fotos: Christian Ernst